Germany, report 2003

Oktober 2002 - September 2003

Die Vereinigung hat mit 227 Mitgliedern nicht ganz den Stand des Vorjahres halten können, ist nach wie vor nach den USA die zweitgrößte nationale Einrichtung der IAML und stellt andererseits den größten finanziellen Anteil aller Ländergruppen bereit.
Seinen 80. Geburtstag feierte im März 2003 Robert Münster, der langjährige Leiter der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, der nach wie vor mit verschiedenen Projekten weiterhin musikbibliothekarisch aktiv ist.
Anlässlich der Jahrestagung der deutsch/schweizerischen IASA-Gruppe nahm der Präsident am Treffen vom 7.-9.11. 2002 in Lugano/Schweiz teil und wurde dort in die Findungsgruppe zur Wahl eines neuen Vorsitzenden während der diesjährigen Tagung in Potsdam bestimmt, nachdem der langjährige Leiter Kurt Deggeller sein Amt satzungsgemäß aufgeben musste und auch inzwischen zum Präsidenten der internationalen IASA gewählt wurde. Die IASA-Themen der Erschließung, Konservierung und Restaurierung auditiver und visueller Medien sind für die IVMB gleichermaßen relevant, so dass nur empfohlen werden kann, auch zukünftig den Kontakt zur IASA-Gruppe zu wahren, zumal mit Pio Pellizzari als dem Direktor der gastgebenden Fonoteca jetzt auch der schweizerische IAML-Präsident an einer näheren Kooperation mit der deutschen Gruppe gelegen ist. Diese Zielsetzung hat auch die neugegründete AIBM in Österreich, bei deren Gründung die deutsche Gruppe mit ihrer Satzung und verschiedenen Gesprächen mit Thomas Leibnitz, dem Leiter der Musikabteilung der Österreichischen Nationalbibliothek und jetzigen Vorsitzenden der AIBM-Österreich, hilfreich zur Seite standen.

Deutscher Musikrat

Zur Überraschung aller Teilnehmer musste das Präsidium des Deutschen Musikrats bei seiner Generalversammlung am 26.10.2002 in Berlin aufgrund von totaler Misswirtschaft in den letzten 10 Jahren mögliche Insolvenz ankündigen, die dann auch im Dezember tatsächlich umgesetzt wurde. Pikanterweise ist der Generalsekretär, der die wirtschaftliche Lage aufgeklärt hatte, fristlos entlassen worden. Inzwischen wurde der DMR im Februar wirtschaftlich auf neue Füße gestellt, mit einer neuen Satzung umstrukturiert, als GmbH organisiert und mit einem neuen Präsidium ausgestattet. Die einzelnen Projekte müssen erwirtschaftet werden und die gesponserten Gelder können nicht mehr so unkontrolliert wie bisher abfließen.
Dass eine erfolgreiche Musikratsarbeit auf Landesebene möglich ist, konnte der Landesmusikrat Baden-Württemberg auf der Sitzung anlässlich seines 25jährigen Bestehens im Juni nachweisen, dessen TeilnehmerInnen auch in diesem Jahr die erfolgreichsten Musiker der einzelnen Musikwettbewerbe waren. In einer gedruckten Sonderausgabe konnten alle Institutionen und somit auch die AIBM ihr Kurzprofil und Aufgabenstellung innerhalb der musikbildenden Landschaft Deutschlands darstellen.

Verschiedenes

Das Erscheinen der Zeitschrift "Forum Musikbibliothek" ist sichergestellt, die trotz mancher Schwierigkeiten der letzten Jahre nun dennoch sich zu konsolidieren bemüht und im nächsten Jahr ihr 25 jähriges Bestehen auch dank des unermüdlichen redaktionellen Einsatzes von Frau Jutta Lambrecht erfolgreich feiern kann. Wie erfolgreich und informativ unsere Zeitschrift sein wird, hängt immer von den Mitgliedern der AIBM ab, die nunmehr wiederholt aufgefordert werden aus ihrer beruflichen Praxis für die Praxis Themen zu beschreiben und zu diskutieren und Forum lebendig zu halten.
Immer erfolgreicher entwickelt sich die mailinglist der AIBM mit über 140 Subskribenten, deren inhaltliche Substanz zunehmend zur Bewältigung des beruflichen Alltags erfolgreich mit beiträgt.
Mit Herrn Schmidt vom Staatlichen Institut für Musikforschung, Berlin konnte in Aussicht genommen werden, eventuell online den ehemaligen "Zeitschriftendienst Musik" in die Redaktion der "Bibliographie des Musikschrifttums" mit einzubeziehen. Die tatkräftige Mitarbeit und Unterstützung einiger Musikbibliothekare/ Musikbibliotheken wird hierzu allerdings erhofft.
Begründete Hilfestellungen konnten gegeben werden, bei der Firmenvermittlung zur Übernahme von retrospektiver Katalogisierungsaufgaben und bei der Diskussion um ein neues RAK-Musik-Regelwerk, der Durchsetzung mancher Eingaben und der Überlegung der Anpassung von RAK-Musik und AACR. In diesem Zusammenhang ist für ihren Einsatz ganz besonders Frau Martina Rommel und der von ihr berufenen Arbeitsgruppe zu danken.
Mit Herrn Erwin Hardeck wurde die Möglichkeit der Erweiterung einer Konsortiumsbildung zur Nutzung von RILM über das Hochschulbibliothekszentrum, Köln erörtert.
Sorgenvoll müssen wir auf die Existenzsicherung und Stellenbewertung unserer Musikbibliotheken und Musikbibliothekare achten. Konnte auch in der Vergangenheit das Schlimmste durch den Einsatz des Vorstandes abgewendet werden, sind wir doch alle aufgerufen, aufmerksam zu bleiben und der vorschnellen Argumentation mancher Unterhaltsträger, Musikinstitutionen könnten bei Mittelknappheit als erstes geopfert werden, vehement entgegenzutreten.

Wahlen

Satzungsgemäß sind in diesem Jahr der Vorstand und die Sprecher der Kommissionen und für die nächsten drei Jahre gewählt worden:
Der neue Vorstand der AIBM-Deutschland setzt sich wie folgt zusammen, nachdem Stefan Domes und Wolfgang Krueger nicht wieder gewählt werden konnten:
Präsidentin: Susanne Hein, Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Spezialbereich Musik, praesidentin@aibm.info
Vizepräsidentin: Brigitte Geyer, Leipziger Städtische Bibliotheken, Musikbibliothek, vizepraesidentin@aibm.info
Sekretär: Thomas Kalk, Stadtbüchereien Düsseldorf, Musikbibliothek, sekretaer@ibm.info
Schatzmeisterin: Petra Wagenknecht, Universität der Künste, Universitätsbibliothek, Berlin, schatzmeisterin@aibm.info

Wolfgang Krueger,
Past-Präsident der IVMB/Deutschland e.V.