Germany, report 1998

Oktober 1997 - September 1998

Seit Herbst 1997 hat die deutsche Vereinigung einen neuen Vorstand: Präsident: Wolfgang Krueger, Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Stuttgart; Vizepräsident: Stefan Domes, Musikbibliothek, Dresden; Sekretär: Joachim Jaenecke, Staatsbibliothek zu Berlin; Schatzmeisterin: Petra Wagenknecht: Bibliothek der Hochschule der Künste, Berlin.

Der Vorstand war mit der Vorbereitung der nächsten Jahrestagung beschäftigt, die vom 18.-23. September 1998 in Aachen stattfindet. Hier werden vor allem Verbundfragen online und im Internet erörtert, das Deutsche Informationszentrum, online sowie neue CD-ROM Datenbanken vorgestellt sowie ein Überblick über die belgische Nachbarsituation gegeben unter dem Titel “The scientific music collections in Belgian libraries.” Außerdem wird die Arbeitsweise des nationalen RILM-Zentrums in Berlin erläutert. In den einzelnen Kommissionen werden Fragen von Angelegenheiten in Rundfunk- und Hochschulbibliotheken sowie Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken diskutiert als auch solche der Aus- und Weiterbildung besprochen. 1999 wird die Vereinigung ihre Jahrestagung zusammen mit der deutschsprachigen Vereinigung der IASA vom 22.-25. September in Dresden abhalten.

Die deutsche Vereinigung zählt zur Zeit 243 Mitglieder, 77 individuelle und 166 institutionelle, die sich zusammensetzen aus Öffentlichen und Wissenschaftlichen Musikbibliotheken, Musikhochschulbibliotheken, Rundfunkarchiven, Forschungsinstituten sowie Musikverlegern und Musikalienhändlern. Die meisten Mitglieder kommen aus dem Süden des Landes, während die Verbreitung der Mitgliedschaft in den neuen Bundesländern noch verbessert werden muß, was auch mit der unterschiedlichen finanziellen Situation von West- und Ostdeutschland zusammenhängt.

Im Berichtszeitraum sind einige zu erwähnende Publikationen erschienen, die in Verbindung mit der Vereinigung stehen:

  • Die zweite verbesserte Auflage eines Handbuches ist erschienen, Handbuch der Musikbibliotheken in Deutschland. Öffentliche und wissenschaftliche Musikbibliotheken sowie Spezialsammlungen mit musikbibliothekarischen Beständen. Bearb. v. Marion Sommerfeld, 2., überarb. u. erw. Ausgabe, Berlin: DBI, 1998. Leider ist in diesem Zusammenhang zu beklagen, dass die musikbibliothekarischen Aktivitäten des DBI nicht weitergeführt werden und auch nicht sicher ist, ob die bisher hier erschienenen Publikationen der Vereinigung weiter erscheinen können, so daß wahrscheinlich ein neuer Verleger auch für die Zeitschrift, Forum Musikbibliothek in absehbarer Zeit gefunden werden muss.
  • Thew, Lisbeth und Gertraut Haberkamp. Musikalische Form- und Gattungsnamen, Schema einer Schlagwortliste mit sachlichzeitlichen Zuordnungen (Thesaurus). Berlin: DBI, 1998. Dies ist eine überarbeitete Fassung einer schon 1977 vorgelegten Fassung.
  • Ebenso ist eine stark überarbeitete Auflage von RAK-Musik, erstmals erschienen 1986, als Loseblattausgabe veröffentlicht worden: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Musikdrucken, Musiktonträgern und Musik-Bildtonträgern. Berlin: DBI, 1997.
  • In Zusammenhang mit dem Regelwerk wurde von einer Expertengruppe eine Beispielsammlung zusammengestellt, die nicht nur den Musikbibliotheken in der täglichen Arbeit hilfreich ist, sondern sie auch den bisherigen Band 2 der Lehrbriefe für die musikbibliothekarische Ausbildung ersetzt.

Das Projekt “Bibliographie des Musikbibliothekswesens” unter der Leitung von Burchard Bulling ist beendet und wird im Laufe des Jahres auf einer Diskette publiziert. Das Projekt “Verzeichnis der Nachlässe in deutschen Musikbibliotheken” ist gut vorangekommen und die betreuende Kommission für Wissenschaftliche Musikbibliotheken hofft, die Liste mit zahlreichen Registern zu Ende des Jahres 1998 veröffentlichen zu können.

Im Rahmen eines Studentenprojektes an der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Stuttgart ist eine Homepage für die Vereinigung erstellt worden, die mit Zielrichtung auf ein Clearinghouse Musik ausgebaut werden soll. Die Homepage ist mit der Adresse aibm.hbi-stuttgart.de im Internet aufrufbar und auch mit der internationalen IAML-homepage verlinkt.

Die Vereinigung hat den Tod zweier sehr verdienstvoller Mitglieder zu beklagen, die sehr aktiv waren, mehrere Artikel zum Musikbibliothekswesen beitrugen und auch international bekannt waren. Beide starben innerhalb einer Woche zu Ende des Jahres 1997. Prof. Dr. Karl-Heinz Köhler war der frühere Direktor der Musikabteilung der Staatsbibliothek/ Berlin-Ost und danach Prof. an der Hochschule für Musik in Weimar. Von 1963 bis 1967 sowie 1971 bis 1986 war er Präsident der musikbibliothekarischen Vereinigung der früheren Deutschen Demokratischen Republik und Vizepräsident der internationalen Vereinigung von 1977 bis 1983. Ebenso starb Prof. Dr. Hermann Waßner. Er war der langjährige Rektor der Hochschule für Bibliotheksund Informationswesen, Stuttgart und verantwortlich für die Gründung des Musikbibliothekarischen Zusatzstudiums. Von 1977 bis 1982 war er Präsident der musikbibliothekarischen Vereinigung der Bundesrepublik Deutschland und sehr aktiv auf internationaler Ebene in der Fachgruppe für Öffentliche Bibliotheken und in der Kommission für Dienstleistungen und Ausbildung.

Wolfgang Krueger
Präsident